Grundlagen der Sportwette
Sportwetten können für den unwissenden Beobachter sehr verwirrend sein. Die zahlreichen willkürlichen Nummern und Abkürzungen machen es schwierig, das Geschehen nachzuvollziehen. Sportwetten – wie das Würfelspiel Craps– sind jedoch einfacher zu verstehen, als es zunächst scheint. Sie finden hier einen Überblick über die Grundlagen der Sportwette:
Spreadwette
Anbieter von Sportwetten verdienen ihr Geld mit sogenannten „Spreadwetten“ (auf deutsch Differenz/Unterschied). Wenn zwei Mannschaften gegeneinander spielen, ist eine dieser Mannschaften der Favorit und die andere ist der Außenseiter. Dem Favoriten wird ein Minus-Symbol (-) zugeteilt, der Außenseiter erhält ein Plus-Symbol (+). Das Wettangebot könnte also wie folgt aussehen: Philadelphia (-110) vs. New York (+110).
Falls Sie auf den Favoriten setzen (mit dem Minus-Symbol), müssen Sie den in Klammern angegebenen Betrag setzen, um 100$ zu gewinnen. Wenn Sie sich für den Außenseiter (mit dem Plus-Symbol) entscheiden sollten, gewinnen Sie den in Klammern angegebenen Betrag, wenn Sie 100$ setzen. Sie könnten also 110$ auf Philadelphia setzen, um 100$ zu gewinnen oder 100$ auf New York, um 110$ zu gewinnen. In diesem Beispiel ist Philadelphia offensichtlich der Favorit, da Sie einen höheren Betrag setzen müssten, als Sie im Falle eines Sieges dieser Mannschaft erhalten würden.
Der „Wettschein“ in diesem Beispiel (also das Wettangebot, das Sie in Anspruch nehmen) beinhaltet keine „Provision“ (bzw. keine „Gebühren“). Wenn ein Buchmacher seinen Kunden ein Wettangebot von -110 vs. +110 unterbreiten würde, würde er keinen Gewinn daraus machen. Gewinne erzielen die Anbieter der Sportwetten nur, wenn die „Differenz“ der beiden Werte nicht null ergibt.
Ein Wettangebot von z.B. -110 vs. +100 ist eher gebräuchlich. Wenn der Buchmacher 100$ pro Mannschaft akzeptiert, wird er entweder 100$ oder 90,91$, also insgesamt 190,91$ auszahlen müssen, obwohl er 200$ an Wetteinsätzen eingenommen hat. Die Provision ist sozusagen bereits im Wettangebot enthalten.
Provision
Die Höhe der Provision kann an der Differenz einer Wettquote abgelesen werden. Eine Differenz von Zehn ist bei den meisten Sportarten in der Regel Standard (z.B. -130 vs. +120). Einige Sportarten lassen auch Differenzen von lediglich fünf Punkten zu (z.B. -125 vs. +120), solche Wettangebote findet man z.B. öfter beim Baseball. Wenn ein bestimmtes Spiel höchstwahrscheinlich vom Favoriten gewonnen werden wird, erscheint die Differenz zunächst einmal sehr groß, das bedeutet aber nicht unbedingt, dass auch die Provision sehr hoch ist. Wenn der Favorit -400 Punkte erhält, werden dem Außenseiter für gewöhnlich so um die +350 Punkte zugeteilt. Obwohl die Differenz hier sehr hoch erscheint (50 Punkte), ist die Provision ungefähr dieselbe wie bei einem Unterschied von 10 Punkten (prozentual gesehen).
Langzeitwette
Die Langzeitwette ist eine weit verbreitete Sportwette. Wenn Sie sich auf eine Langzeitwette einlassen, setzen Sie auf den Ausgang einer ganzen Saison oder eines Finalspiels. Sie können zum Beispiel im Laufe der NFL-Saison eine Wette darüber abschließen, welche Mannschaft den Super Bowl am Ende gewinnen wird. Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststeht, welche Mannschaften im Super Bowl gegeneinander antreten werden, können Sie auf alle Teams setzen. Die Wettchancen werden in diesem Fall in einem Verhältnis dargestellt (z.B. „Jacksonville 50:1“). Die rechte Zahl drückt hierbei den Betrag aus, den Sie setzen müssen und die linke Zahl stellt den Betrag dar, den Sie gewinnen würden. Sie müssten also 1$ darauf setzen, dass Jacksonville den Super Bowl gewinnt, um 50$ zu gewinnen.

